Kindheit und Jugend

Kindheit und Jugend

Berlin 1916-1932

Elisabeth Noelle wuchs mit ihrer älteren Schwester Gisela und ihren beiden jüngeren Brüdern Ernst und Dieter im elterlichen Wohnhaus an der Limonenstraße 8 in Berlin-Lichterfelde an der Grenze zu Dahlem auf, wohin die Familie im März 1917 gezogen war.1)Familienchronik von Eva Noelle, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna. Im Oktober 1922 wurde Elisabeth Noelle in die Privatschule Kockert aufgenommen, ab Ostern 1926 besuchte sie das Auguste-Viktoria-Lyzeum in Berlin-Steglitz.2)Phil. Fak. 915, Promotionen, S. 59, Archiv der Humboldt-Universität zu Berlin.

Limonenstraße 8 in Berlin: Einladungskarte der Familie Noelle, gezeichnet von Elisabeth Noelles Onkel Wolfgang Schaper

Limonenstraße 8 in Berlin: Einladungskarte der Familie Noelle, gezeichnet von Elisabeth Noelles Onkel Wolfgang Schaper

Bereits früh bekundete Elisabeth Noelle großes Interesse an Literatur und wollte ihr Leben dem Schreiben widmen. Von diesem Wunsch geleitet, wandte sie sich im Alter von 15 Jahren mit einem Brief an den damals 30-jährigen und bereits sehr bekannten Schriftsteller Fred von Hoerschelmann.3)Brief von Elisabeth Noelle an Fred von Hoerschelmann, Berlin, 19. Juni 1932. Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna. Ihr Brief begann mit den Worten:

Ja – nun werden Sie erst mal nicht wissen, wer Ihnen hier eigentlich schreibt, und wenn Sie die Unterschrift besehen, werden Sie auch nicht schlauer. Natürlich nicht! Denn Sie kennen mich nicht und ich kenne Sie eigentlich auch nicht, d.h. ich habe von Ihnen ein Bild in der ,Funkstunde‘ gesehen. Es fiel mir auf, da man dort sonst nur wichtig aussehende bejahrte Männer mit Glatzen oder Tänzerinnen mit Dauerwellen vorgesetzt bekommt.

Anfang des ersten Briefes von Elisabeth Noelle an den Schriftsteller Fred von Hoerschelmann (19. Juni 1932)

Anfang des ersten Briefes von Elisabeth Noelle an den Schriftsteller Fred von Hoerschelmann (19. Juni 1932)

Hoerschelmann antwortete, es entwickelte sich schon bald ein sehr persönlicher Austausch, und zwei Jahre später begegneten sich die beiden ein erstes Mal in Berlin. Viele Jahre später schrieb Hoerschelmann im Rückblick:4)Brief von Fred von Hoerschelmann an Elisabeth Noelle-Neumann, Tübingen, 28. Februar 1955, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna.

Es wurde von Anfang an eine menschliche Relation. Aber innerhalb ihrer warst Du für mich das feiner organisierte Wesen. Du warst immer MEHR. Anfangs Deine mit nichts zu vergleichende Intensität, Deine vitale Beharrlichkeit, Dein instinktives Vermögen, einen Daseinsstil zu prägen – später war es darüberhinaus der ganze intelligible Komplex, das Geschwinde und Genaue in Deinem Denken. Und woher hast Du die unbegreifliche Sicherheit, mit der Du aus dem Verfügbaren unfehlbar das für Dich Notwendige herauswähltest, und das Dich störende ausschlosst?

Die Freundschaft zwischen den beiden schlug sich in einem rund tausendseitigen Briefwechsel nieder, der erst mit dem Tod von Hoerschelmann im Jahre 1976 endete.5)Der Briefwechsel wird teils im Literaturarchiv Marbach, teils im Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna, aufbewahrt.

Vom Wunsch nach Austausch mit literarisch Interessierten geleitet, gründete Elisabeth Noelle als Gymnasiastin eine Zeitschrift mit dem Titel „Sinn und Unsinn“. In einem Brief an Fred von Hoerschelmann6)Brief von Elisabeth Noelle an Fred von Hoerschelmann, Reinhardswaldschule bei Kassel, 24. Oktober 1932, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna. schrieb sie dazu:

Und von dort aus ging ich eben los, ich wusste, dass ich mich immer so allein nicht wohl fühlte, deswegen suchte ich mir interessante Menschen, mit denen ich verkehrte. Weil das aber sehr schwer war, gründete ich eine Jugendzeitschrift, in denen Junge von 12-22 Jahren schreiben sollten. Das ging alles wunderbar, ich hatte nachher 150 Leute, auch sehr viele Erwachsene, ein paar Journalisten schrieben an mich, in meiner Zeitschrift wurden bald Antworten und Gegenantworten auf Arbeiten abgedruckt, wenn sich die Parteien nicht einigen konnten, wurden alle zu mir eingeladen. So lernte ich meine Mitarbeiter auch kennen, soweit sie in Berlin wohnten. Es waren oft sehr Interessante und Begabte. Ostern [1932] gab ich dann die Zeitschrift auf, aber ich blieb mit sehr vielen im Verkehr. Ich kam dadurch auch in einen russischen Kreis und damals fühlte ich mich zum ersten Mal richtig wohl. Ich arbeitete wenig für die Schule, hatte dafür sehr viel anderes Interessantes. Meine Selbständigkeit im Denken und Handeln aber gefiel meinen Eltern nicht, vielleicht, weil meine Auffassung von vielen Dingen ihrer entgegengesetzt ist.

Kassel und Spetzgart am Bodensee 1932-1933

Nach wiederholten Auseinandersetzungen mit ihren Eltern, über die sie auch Hoerschelmann berichtete, wurde Elisabeth Noelle im Herbst 1932 gegen ihren Willen7)Brief von Elisabeth Noelle an Fred von Hoerschelmann, Berlin, 23. Dezember 1932, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna: „Ach, ich werde bestimmt ...continue zunächst auf die Reinhardswaldschule bei Kassel und später auf das reformpädagogische Internat Schloss Salem in Spetzgart am Bodensee geschickt. An beiden Orten fühlte sie sich sehr unwohl. An der Reinhardswaldschule kritisierte sie in einem Brief an Fred von Hoerschelmann:8)Brief von Elisabeth Noelle an Fred von Hoerschelmann, Reinhardswaldschule bei Kassel, 8. September 1932, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna.

Ich habe hier keine Selbständigkeit – kein Privatleben, denn selbst vor Öffnung der Briefe ist man nicht sicher – ich muss deshalb auch diesen Brief siegeln.

An Salem missfiel ihr von vornherein der Zwang, eine Schuluniform tragen zu müssen.9)Brief von Elisabeth Noelle an Fred von Hoerschelmann, Berlin, 23. Dezember 1932, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna: „Außerdem muss man ...continue Zum reformpädagogischen Programm der Schule merkte sie in einem Brief an Fred von Hoerschelmann an, den sie am 30. Januar 1933 – dem Tag der sogenannten „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten – verfasste:10)Brief von Elisabeth Noelle an Fred von Hoerschelmann, Spetzgart, 30. Januar 1933, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna.

Das hier ist eine Schule, die den echten deutschen Geist verbreiten möchte, und jeder, der hier erzogen ist, soll den Spetzgarter Geist später in Deutschland verbreiten. Das ist ja nun nicht gerade das geeignete für mich, denn ich bin wirklich kein bisschen patriotisch. Und es fällt mir überhaupt schwer, all diese aparten Einrichtungen zur ‚Seelenerziehung‘ ernst zu nehmen.

In diesem Brief vom 30. Januar 1933 erläuterte sie auch, wo sie sich selber damals politisch verortete. Etwa ein Jahr zuvor, also als 15-Jährige, sei sie von den Nationalsozialisten angesichts des „fabelhaften Aufschwungs“ zunächst „hell begeistert“ gewesen. Als sie dann allerdings deren Parteiprogramm gelesen und mit ihrem Vater durchgesprochen habe, habe sie darin „viele Fehler“ erkannt. Sie schloss:11)Brief von Elisabeth Noelle an Fred von Hoerschelmann, Spetzgart, 30. Januar 1933, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna.

Wenn ich aber wählen müsste, würde ich eine gemäßigte, rechte Partei wählen, die einen einigermaßen in Ruhe lässt, dass man sein Leben führen kann, wie man es will, und einem nicht vom ‚Staat‘ hineingeredet wird.

Sowohl in der Reinhardswaldschule wie auch in Salem bemühte sich Elisabeth Noelle darum, das Beste aus ihrer unangenehmen Situation zu machen,12)Brief von Elisabeth Noelle an Fred von Hoerschelmann, Berlin, 23. Dezember 1932, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna: „Die weise Lehre: Das ...continue und im Rückblick auf ihr Leben überwogen denn auch die guten Erinnerungen.13)Vgl.: Elisabeth Noelle-Neumann: Die Erinnerungen (S. 31-37). Herbig, München 2006. Zu den positiven Erfahrungen, die Elisabeth Noelle in Salem machte, gehörten insbesondere die Freundschaften, die sie mit Rosemarie Nicolaja und Jörg Jensen einging – mit beiden blieb sie zeitlebens verbunden. Jörg Jensen wurde ihr erster Freund, mit ihm zog sie 1936 als Studentin in ein Blockhaus in Obermenzing bei München, und auch als sie sich getrennt hatten und er nach dem Krieg in die USA auswanderte, blieben sie in Kontakt.14)Die Korrespondenz mit Jörg Jensen findet sich im Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna. Rosemarie Nicolaja, deren Familie jüdischer Herkunft war, heiratete später den rumänischen Diplomaten Radu Coutzarida, einen Urenkel des Komponisten Franz Liszt.15)Brief von Elisabeth Noelle an Fred von Hoerschelmann, Cairo, 13. November 1938: „(…) erscheint er [Radu Coutzarida] mir mit einem Mal wie das ...continue Im Laufe ihres Lebens wohnte Rosemarie Coutzarida in Rumänien, Ägypten, Argentinien und Frankreich, wo sie immer in Verbindung mit Elisabeth Noelle-Neumann blieb.16)Die Korrespondenz mit Rosemarie Coutzarida findet sich im Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna.

Trotz ihrer Anpassungsbemühungen geriet Elisabeth Noelle in beiden Internaten wegen verschiedener Regelverstöße in Konflikt mit den Schulleitungen, die ihren Eltern und ihr nahelegten, das jeweilige Institut zu verlassen: In der Reinhardswaldschule unter anderem, weil sie mit einer Freundin abends eine Kneipe besucht hatte,17)Elisabeth Noelle-Neumann: Die Erinnerungen (S. 29-30). Herbig, München 2006. Vgl. dazu auch: Brief von Elisabeth Noelle an Fred von Hoerschelmann, ...continue und in Salem unter anderem, weil sie unerlaubte Spaziergänge mit Jörg Jensen unternommen hatte.18)Elisabeth Noelle-Neumann: Die Erinnerungen (S. 33). Herbig, München 2006. Dazu führte sie in einem Brief an Fred von Hoerschelmann aus:19)Brief von Elisabeth Noelle an Fred von Hoerschelmann, Spetzgart, 21. Juni 1933, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna.

Ich hab Ihnen ja schon geschrieben, dass ich hier beinah fortgemusst hätte. Das ging aber ganz friedlich zu – das Endergebnis meiner Besprechung mit der Leiterin war eben: Dass es für mich und das Internat besser sei, zu gehen, da ich zu fertig sei. Sie hat recht damit – denn man muss sehr biegsam und unausgebildet sein, um sich in dieser Salemer Schule einzufügen, und sie wirklich von ganzem Herzen gut zu heißen.

Während ihrer Internatsaufenthalte hatte Elisabeth Noelle erwogen, vorzeitig von der Schule zu gehen und sich bei einer Zeitung als Journalistin zu bewerben. Daraufhin bat ihr Vater den mit ihm befreundeten Verleger Heinz Ullstein, sich doch einmal mit seiner Tochter über ihren Berufswunsch zu unterhalten. Ullstein empfing die Schülerin in seinem Büro an der Kochstraße in Berlin und ermunterte sie, Journalistin zu werden, ermahnte sie jedoch zugleich, dafür müsse sie gerade als Frau zuvor unbedingt das Abitur machen.20)Der Kontakt mit Heinz Ullstein und seine Ratschläge werden erwähnt in: Brief von Ernst Noelle an Elisabeth Noelle, Berlin, 21. Juli 1933. ...continue Ullsteins Rat folgend nahm sie sich vor, doch bis zum Abitur ein Gymnasium zu besuchen.

Noch Jahrzehnte später erinnerte sich Heinz Ullstein, wie er die Schülerin Elisabeth Noelle beraten hatte:21)Brief von Heinz Ullstein an Elisabeth Noelle-Neumann, Frankfurt am Main, 22. Juni 1964. Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna.

Wahrscheinlich waren Sie mein erster Erfolg auf dem Gebiet. Inzwischen habe ich viele junge Mädchen, auch sieben Mündel, vor falschen Entschlüssen und falschen Liebesverbindungen bewahrt. Bei Jungens hätte ich vermutlich kein Glück gehabt. Da habe ich es gar nicht erst versucht.

Göttingen 1933-1935

Ende August 1933 zog Elisabeth Noelle nach Göttingen, wo ihre Tante Dorothea Barthels geb. Schaper und die Familie ihres Freundes Jörg Jensen lebten. Sie wohnte bei Konteradmiral Wilhelm Adelung und seiner Frau Margarete,22)Vgl. dazu: Brief von Elisabeth Noelle an Gisela Noelle, Göttingen, 8. Februar 1934, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna: „Mum hat auf Paps ...continue die in ihrem Haus eine kleine Studentenpension betrieben,23)Vgl. Brief von Margarete Adelung an Eva Noelle, Göttingen, 19. Januar 1934, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna. besuchte das städtische Oberlyzeum und legte im März 1935 das Abitur ab, das sie mit „gut“ bestand.24)Familienchronik von Eva Noelle, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna. Im Rückblick erschien ihr das letzte Schuljahr als das glücklichste:25)Brief von Elisabeth Noelle an Eva Noelle, München, 5. Dezember 1936, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna.

Wenn ich an die Schule denke, denke ich immer nur an ihr Idealbild des letzten Jahres, und darüber sind alle trocknen und heruntergewürgten Schultage vergessen… in der Oberprima wachten die Fragen auf, der Wissensdurst entstand, der später immer die treibende Kraft bleiben sollte.

Neben der Schule besuchte Elisabeth Noelle an der Göttinger Universität Vorlesungen des Philosophen und Soziologen Eduard Baumgarten,26)Eduard Baumgarten hatte nach einem persönlichen Streit mit Martin Heidegger auf die Habilitation bei ihm verzichtet und im April 1933 einen ...continue eines Neffen von Max Weber, über amerikanische Philosophie.27)Elisabeth Noelle-Neumann: Die Erinnerungen (S. 38). Herbig, München 2006. Außerdem trat sie dem akademischen Tennisclub bei und wurde im Februar 1935 zu ihrer eigenen Überraschung Tischtennis-Turniersiegerin im Dameneinzel, worüber die Lokalpresse berichtete.28)Brief von Elisabeth Noelle an Eva Noelle, Göttingen, 8. Februar 1935, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna: „Was sagt ihr zu der Ping-Pong ...continue

Am außeruniversitären Studentenleben nahm Elisabeth Noelle ebenfalls teil und lernte dabei die Physikstudenten Peter Pringsheim und Heinz Maier-Leibnitz kennen. Mit Peter Pringsheim traf sie sich nach bestandenem Abitur im März 1935 in Zuoz in der Schweiz zum Skilaufen.29)Brief von Elisabeth Noelle an Eva Noelle, Göttingen, 16. Februar 1935, und Brief von Elisabeth Noelle an Eva Noelle, Göttingen, undatiert, ...continue Sein Vater Fritz Pringsheim,30)Fritz Pringsheim war ein Vetter von Alfred Pringsheim, dem Vater von Katja Mann. Siehe: Hans Maier: Böse Jahre, gute Jahre: Ein Leben 1931ff (S. ...continue Jura-Professor in Freiburg, wurde in diesem Jahr seines Amtes enthoben, da seine Familie jüdischer Herkunft war – als Veteran des 1. Weltkrieges war er von dieser diskriminierenden Maßnahme zunächst noch verschont geblieben. Nachdem er 1939 im Konzentrationslager Sachsenhausen vorübergehend interniert worden war, emigrierte er nach Oxford. Heinz Maier-Leibnitz, den Elisabeth Noelle-Neumann 1978 in zweiter Ehe heiratete, war damals Doktorand des Physik-Nobelpreisträgers James Franck, der seine Dissertation von Kopenhagen aus betreute.31)Anne-Lydia Edingshaus: Heinz Maier-Leibnitz. Ein halbes Jahrhundert experimentelle Physik (S. 42-47). Piper, München 1986. Franck – wie Fritz Pringsheim jüdischer Herkunft, aber wegen des sogenannten „Frontkämpferprivilegs“ zunächst noch im Amt belassen – hatte im April 1933 aus Protest gegen die Diskriminierung von Juden seine Professur niedergelegt, im Wintersemester 1933/34 dann eine Gastprofessur an der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore übernommen und war schließlich nach Dänemark emigriert.

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1, 24. Familienchronik von Eva Noelle, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna.
2. Phil. Fak. 915, Promotionen, S. 59, Archiv der Humboldt-Universität zu Berlin.
3. Brief von Elisabeth Noelle an Fred von Hoerschelmann, Berlin, 19. Juni 1932. Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna.
4. Brief von Fred von Hoerschelmann an Elisabeth Noelle-Neumann, Tübingen, 28. Februar 1955, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna.
5. Der Briefwechsel wird teils im Literaturarchiv Marbach, teils im Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna, aufbewahrt.
6. Brief von Elisabeth Noelle an Fred von Hoerschelmann, Reinhardswaldschule bei Kassel, 24. Oktober 1932, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna.
7. Brief von Elisabeth Noelle an Fred von Hoerschelmann, Berlin, 23. Dezember 1932, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna: „Ach, ich werde bestimmt noch ein richtiges Tränentier werden, wenn ich immerzu gegen meinen Willen irgendwohin gestopft werde.“
8. Brief von Elisabeth Noelle an Fred von Hoerschelmann, Reinhardswaldschule bei Kassel, 8. September 1932, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna.
9. Brief von Elisabeth Noelle an Fred von Hoerschelmann, Berlin, 23. Dezember 1932, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna: „Außerdem muss man Tracht tragen, das erste Vierteljahr nicht, vielleicht kann ich danach irgendeine Ausnahme erreichen. Es ist mir furchtbar, nicht einmal das äußere Zeichen der Selbständigkeit zu tragen.“
10, 11. Brief von Elisabeth Noelle an Fred von Hoerschelmann, Spetzgart, 30. Januar 1933, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna.
12. Brief von Elisabeth Noelle an Fred von Hoerschelmann, Berlin, 23. Dezember 1932, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna: „Die weise Lehre: Das beste daraus machen (manche tun auch besonders gebildet: ‚To make the best of it‘!)“
13. Vgl.: Elisabeth Noelle-Neumann: Die Erinnerungen (S. 31-37). Herbig, München 2006.
14. Die Korrespondenz mit Jörg Jensen findet sich im Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna.
15. Brief von Elisabeth Noelle an Fred von Hoerschelmann, Cairo, 13. November 1938: „(…) erscheint er [Radu Coutzarida] mir mit einem Mal wie das aus dem Rahmen hervorgetretene Selbstbildnis von Velasquez (…) An den Händen kann man noch den Urgrossvater erkennen: Franz Liszt.“
16. Die Korrespondenz mit Rosemarie Coutzarida findet sich im Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna.
17. Elisabeth Noelle-Neumann: Die Erinnerungen (S. 29-30). Herbig, München 2006. Vgl. dazu auch: Brief von Elisabeth Noelle an Fred von Hoerschelmann, Reinhardswaldschule bei Kassel, 24. Oktober 1932, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna: „Übrigens habe ich mir hier verbotenerweise einen Radio zugelegt, vielleicht hör ich doch noch mal etwas von Ihnen.“
18. Elisabeth Noelle-Neumann: Die Erinnerungen (S. 33). Herbig, München 2006.
19. Brief von Elisabeth Noelle an Fred von Hoerschelmann, Spetzgart, 21. Juni 1933, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna.
20. Der Kontakt mit Heinz Ullstein und seine Ratschläge werden erwähnt in: Brief von Ernst Noelle an Elisabeth Noelle, Berlin, 21. Juli 1933. Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna.
21. Brief von Heinz Ullstein an Elisabeth Noelle-Neumann, Frankfurt am Main, 22. Juni 1964. Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna.
22. Vgl. dazu: Brief von Elisabeth Noelle an Gisela Noelle, Göttingen, 8. Februar 1934, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna: „Mum hat auf Paps Wunsch an Adelungs geschrieben, sie sollten sich doch ganz als meine Vizeeltern betrachten – und hat dabei gar nicht bedacht, dass so ein Gefühl nur durch gegenseitigen Wunsch danach entstehen kann. So gibt es leider für sie kein Betätigungsfeld des Vizeelterntums…“
23. Vgl. Brief von Margarete Adelung an Eva Noelle, Göttingen, 19. Januar 1934, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna.
25. Brief von Elisabeth Noelle an Eva Noelle, München, 5. Dezember 1936, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna.
26. Eduard Baumgarten hatte nach einem persönlichen Streit mit Martin Heidegger auf die Habilitation bei ihm verzichtet und im April 1933 einen Lehrauftrag an der Universität Göttingen angenommen. Heidegger versuchte, Baumgartens akademische Karriere in Göttingen zu hintertreiben, indem er ihn in einem Gutachten als „verwandtschaftlich und seiner geistigen Haltung nach aus dem liberaldemokratischen Heidelberger Intellektuellenkreis um Max Weber“ kommend darstellte und hinzufügte, er sei „alles andere als Nationalsozialist“. Außerdem habe er „sehr lebhaft mit dem früher in Göttingen tätig gewesenen und nunmehr hier entlassenen Juden Fränkel“ verkehrt. Heideggers Gutachten wurde von der Göttinger Dozentenschaft als „hassgeladen“ angesehen und als „unbrauchbar“ zu den Akten gelegt. Baumgarten trat später dem Nationalsozialistischen Deutschen Dozentenbund bei, wurde 1937 Dozent für Philosophie an der Universität Göttingen und 1941 ordentlicher Professor in Königsberg. Siehe dazu: Carsten Klingemann: Soziologie im Dritten Reich (S. 179-186). Nomos, Baden-Baden 1996; Rüdiger Safranski: Ein Meister aus Deutschland – Martin Heidegger und seine Zeit (S. 318-319). Hanser, München/Wien 1995.
27. Elisabeth Noelle-Neumann: Die Erinnerungen (S. 38). Herbig, München 2006.
28. Brief von Elisabeth Noelle an Eva Noelle, Göttingen, 8. Februar 1935, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna: „Was sagt ihr zu der Ping-Pong Berühmtheit? Ist mir selbst nicht ganz klar, wie das gekommen ist!“
29. Brief von Elisabeth Noelle an Eva Noelle, Göttingen, 16. Februar 1935, und Brief von Elisabeth Noelle an Eva Noelle, Göttingen, undatiert, Privatarchiv Elisabeth Noelle, Piazzogna.
30. Fritz Pringsheim war ein Vetter von Alfred Pringsheim, dem Vater von Katja Mann. Siehe: Hans Maier: Böse Jahre, gute Jahre: Ein Leben 1931ff (S. 85). C.H. Beck, München 2011.
31. Anne-Lydia Edingshaus: Heinz Maier-Leibnitz. Ein halbes Jahrhundert experimentelle Physik (S. 42-47). Piper, München 1986.